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29.04.15 10:12 Alter 2 Jahr(e)

Masterarbeit über Wasserstoffstadt Herten

Thorben Müller vom Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband ausgezeichnet


Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) hat die Preisträger seines traditionellen Wettbewerbs um den Innovationspreis Wasserstoff und Brennstoffzelle bekanntgegeben. Eine der beiden ausgezeichneten Arbeiten beschäftigt sich mit der Einbindung von erneuerbaren Energien in ein örtliches Netz und der Rolle des Wasserstoffs dabei: Thorben Müller, Absolvent der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, hat sich in seiner Masterarbeit mit der Wasserstoffstadt Herten auseinandergesetzt. 

Thorben Müller, geboren 1988 in Essen, hat an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen den Masterstudiengang Energiesystemtechnik absolviert. In seiner Masterarbeit, die als Studie für die Wasserstoffstadt Herten angefertigt wurde, widmete er sich der Fragestellung, in welchem technisch machbaren und wirtschaftlich vernünftigen Umfang lokal verfügbare erneuerbare Energieträger in die Energieinfrastruktur eines Gewerbegebietes eingebunden werden können und wie weit dabei die Energiespeicherung in Form von Wasserstoff hilfreich sein kann.

Energiebedarf des Gewerbegebiets Ewald analysiert

Hierfür analysierte Thorben Müller beispielhaft den Energiebedarf des Gewerbegebietes Ewald in Herten (einem ehemaligen Zechenstandort) und stellte das dort verfügbare Potenzial erneuerbarer Energieträger fest. Er ermittelte für unterschiedliche Ausbauszenarien den jeweiligen Speicherbedarf zum Ausgleich von Last und Erzeugung. Dabei wurde aufgrund der bekannten Vorzüge und insbesondere aufgrund der Möglichkeit einer sektorübergreifenden Nutzung Wasserstoff als Speichermedium ausgewählt.

Überblick über Potenziale und Restriktionen

Als Ergebnis kommt er zu dem grundsätzlichen Schluss, dass eine wirtschaftliche Nutzung lokal erzeugten Überschussstroms erst im Mobilitätssektor zu erwarten sein dürfte. Eine Energiespeicherung in Form von Wasserstoff für die Bereitstellung von Reserveleistung dürfte dagegen, u. a. aufgrund der in Deutschland üblicherweise vorliegenden guten Strominfrastruktur, erst bei einem hohen Ausbaugrad der regenerativ basierten Stromeigenversorgung interessant werden. Mit seiner Masterarbeit liefert Thorben Müller einen sehr guten Überblick hinsichtlich des Potenzials, aber auch der Restriktionen bei der Integration lokaler Erneuerbarer Energien in die Energieversorgung von Gewerbegebieten.

Der Vollständigkeit halber: Die zweite vom DWV ausgezeichnete Arbeit stammt von Dr. Inga Bürger. Sie befasste sich in ihrer Dissertation mit den Speichereigenschaften von Hybriden. Die Spanne der beiden prämierten Arbeiten demonstriert die Breite der Themen, die mit Wasserstoff und Brennstoffzellen in Verbindung stehen.