{"id":719,"date":"2020-03-20T12:13:01","date_gmt":"2020-03-20T11:13:01","guid":{"rendered":"https:\/\/wasserstoffstadt-herten.de\/?p=719"},"modified":"2020-03-20T12:13:01","modified_gmt":"2020-03-20T11:13:01","slug":"fraunhofer-gesellschaft-erstellt-wasserstoff-roadmap-fuer-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wasserstoffstadt-herten.de\/?p=719","title":{"rendered":"Fraunhofer-Gesellschaft erstellt Wasserstoff-Roadmap f\u00fcr Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wasserstoffstadt-herten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/H2-Einspeiseanlage-1024x683.jpg\" alt=\"Foto: Fraunhofer ISE\/Joscha Feuerstein\" class=\"wp-image-718\" srcset=\"https:\/\/wasserstoffstadt-herten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/H2-Einspeiseanlage-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wasserstoffstadt-herten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/H2-Einspeiseanlage-300x200.jpg 300w, https:\/\/wasserstoffstadt-herten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/H2-Einspeiseanlage-768x512.jpg 768w, https:\/\/wasserstoffstadt-herten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/H2-Einspeiseanlage-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wasserstoffstadt-herten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/H2-Einspeiseanlage-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/wasserstoffstadt-herten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/H2-Einspeiseanlage-162x108.jpg 162w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Roadmap f\u00fcr den Wasserstoff in Deutschland<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Gr\u00fcner Wasserstoff wird ein Kernelement des zuk\u00fcnftigen Energiesystems werden. Er kann einen wesentlichen Beitrag zur angestrebten Treibhausgasneutralit\u00e4t aller Sektoren bis 2050 leisten und zur Systemintegration fluktuierender erneuerbarer Energien beitragen. Derzeit strebt die Bundesregierung an, eine Nationale Strategie Wasserstoff (NSW) vorzulegen, in der die wesentlichen Eckpunkte f\u00fcr die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft ausgearbeitet werden. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat ihre eigenen wissenschaftlichen Positionen zur Wasserelektrolyse und Wasserstoffnutzung entwickelt und den an der Strategieentwicklung beteiligten Ministerien (BMBF, BMU, BMWi, BMVI, BMZ) sowie dem Kanzleramt zur Verf\u00fcgung gestellt. Federf\u00fchrend bei der Wasserstoff-Roadmap waren das Fraunhofer-Institut f\u00fcr System- und Innovationsforschung ISI und das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE, unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS und des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Keramische Technologien und Systeme IKTS. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wasserelektrolyse als zentrale Technologie der Energiewende<\/h3>\n\n\n\n<p>\u00bbGr\u00fcner\u00ab Wasserstoff und seine Syntheseprodukte werden eine zentrale Rolle f\u00fcr die Treibhausgasneutralit\u00e4t aller energieverbrauchenden Sektoren, insbesondere Verkehr und Industrie, einnehmen. Neben der direkten Nutzung wird Wasserstoff bei steigender Systemintegration von erneuerbaren Energien auch durch seine hohe Speicher- und Transportierbarkeit an Bedeutung gewinnen. Die Fraunhofer-Institute skizzieren in ihrem Positionspapier einen m\u00f6glichen Pfad f\u00fcr die Einf\u00fchrung und Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in den verschiedenen Anwendungsfeldern.  Wasserelektrolyse wird in Deutschland zu einer entscheidenden industriepolitischen Komponente werden, nicht nur f\u00fcr die Erzeugung des hierzulande ben\u00f6tigten Wasserstoffs, sondern auch als Flexibilit\u00e4tsoption im deutschen Stromnetz und als Kerntechnologie f\u00fcr den internationalen Exportmarkt. Allein f\u00fcr Deutschland gehen Studien von einem Wachstum der installierten Kapazit\u00e4t der Technologie auf 50 bis 80 GW bis 2050 aus. F\u00fcr das Erreichen dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung m\u00fcssen umgehend j\u00e4hrliche Zuwachsraten von Elektrolyseuren im zweistelligen MW-Bereich und bis Ende der 2020er Jahre im Bereich von 1 GW erreicht werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Fraunhofer-Positionspapier zeigt verschiedene Pfade des Markthochlaufs auf und schl\u00e4gt m\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen zur Realisierung dieser Marktentwicklung vor: eine Anpassung des regulatorischen Rahmens f\u00fcr Steuern, Abgaben und Umlagen auf Strom zur St\u00e4rkung der Sektorenkopplung; die F\u00f6rderung von Demonstrationsprojekten; die Schaffung international einheitlicher Regularien und Standards zu Wasserstoff sowie den Abbau regulatorischer Hemmnisse f\u00fcr Brennstoffzellenfahrzeuge und Wasserstoff-Tankstellen. \u00bbAus unserer Sicht existiert die Technologiebasis der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette \u00ab, sagt Prof. Dr. Christopher Hebling, Bereichsleiter Wasserstofftechnologien am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE, \u00bbjetzt kommt es darauf an, die Weichen so zu stellen, dass das Scale-up f\u00fcr die Realisierung der weiteren Kostenreduktion und das Sammeln von Betriebserfahrungen gelingt\u00ab.  <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neue internationale Energiepartnerschaften <\/h3>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfma\u00dfst\u00e4blich werden Wasserelektrolyseure in internationalen Regionen ihren Einsatz finden, in denen die Stromgestehungskosten durch PV- und Windkraftanlagen bei unter 3\u20acct\/kWh und die Volllaststundenzahl solcher Anlagenparks bei mindestens 4000 pro Jahr liegt. Dies erm\u00f6glicht den Eintritt in einen globalen Handel mit erneuerbaren Energietr\u00e4ngern, da Wasserstoff und darauf aufbauende Syntheseprodukte zu international konkurrenzf\u00e4higen Kosten hergestellt werden k\u00f6nnen. Wasserstoff kann in fl\u00fcssiger Form analog zu LNG direkt transportiert werden, aber auch in chemisch gebundener Form, als Ammoniak, Methanol oder LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carriers). <\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbViele Regionen in der Welt bereiten sich auf diese Form des Handels nachhaltig erzeugter Energietr\u00e4ger und Basischemikalien vor, was f\u00fcr Deutschland weitere Energiepartnerschaften jenseits der bisherigen fossilen Energiepartnerschaften erm\u00f6glicht\u00ab, meint Prof. Dr. Mario Ragwitz, Leiter der Fraunhofer-Einrichtung f\u00fcr Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG. Auch f\u00fcr die deutsche Industrie impliziert die erwartete globale Wasserstoffnachfrage substanzielle Chancen durch die Generierung von Vorreiterm\u00e4rkten. Auf Basis der Absch\u00e4tzungen zur globalen installierten Elektrolyse-Kapazit\u00e4t von 3000 GW in 2050 wurde die m\u00f6gliche Wertsch\u00f6pfung f\u00fcr deutsche Hersteller bei Elektrolyse und Brennstoffzellen auf etwa 32 Mrd. Euro gesch\u00e4tzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Institute identifizierten folgende wichtige Themen f\u00fcr die Realisierung eines internationalen Energie-Handelssystems auf Basis von Wasserstoff:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Schaffung von langfristigen, investitionssicheren Regelwerken f\u00fcr eine politisch regulatorische Sicherheit<\/li><li>Weitere Investitionen in Forschung, um die Kosten zu reduzieren und die Langlebigkeit der Produkte zu erh\u00f6hen<\/li><li>Entwicklung von international harmonisierten und zertifizierten Standards f\u00fcr wasserstoffbasierte Energietr\u00e4ger und Chemikalien <\/li><li>Systemanalyse zur Gewinnung von Informationen \u00fcber die zu erwartenden Gesch\u00e4ftsmodelle in den Gesamtketten  <\/li><li>Energiepartnerschaften mit L\u00e4ndern mit hohen Ausbaupotenzialen f\u00fcr erneuerbare Energien, um eine langfristig attraktive Investitionsumgebung zu schaffen<\/li><li>Internationale Forschungskooperationen <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Titelfoto: In einer Pilotanlage erprobt das Fraunhofer ISE bereits seit zwei Jahren  die Wasserstoffeinspeisung in das Erdgasverteilnetz &#8211; Foto: Fraunhofer  ISE\/Joscha Feuerstein <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roadmap f\u00fcr den Wasserstoff in Deutschland Gr\u00fcner Wasserstoff wird ein Kernelement des zuk\u00fcnftigen Energiesystems werden. 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